Wenn nicht C dann N?

Schulterzucken bei der Systemfrage: Ist Canon besser als Nikon? Gibt ja auch noch andere...
Bei meinen Einsätzen mit der Kamera spüre ich die Blicke auf mein Aufnahmegerät, meist einer Digitalkamera und schnell höre ich die Frage: Welche ist die beste Digikam? Oder: Welches System ist das bessere? Ich darauf reflexartig ein Schulterzucken, wie auch schnell das fragende Gesicht ungläubig zurückweicht. Ich weiß es nicht! Aber... ich habe da so einiges an Erfahrungen sammeln können über die Jahre, mit Kamerasystemen, mit Linsen und Verfahrensweisen. Ganz klar: Jene, die da fragen, verdienen kein Geld mit Fotos, mit Bilddienstleistungen. Aber die Frage ist berechtigt bei einem so großen Angebot, was längst unübersichtlich geworden ist, undurchschaubar...
Wer einmal von einem System wie Canon, Nikon oder Sony überzeugt ist, wird versuchen, seine Überzeugungen an den Mann, an die Frau zu bringen. Mitunter wirken solche Ratschläge wie Werbung aus der Tasche für die Tasche. Und trotzdem kann keiner richtige Ratschläge geben, die dann als Kaufentscheidung den Ausschlag geben. Aber unfreundlich will man auch nicht sein, drum sei eine kleine Info um das "Systemgeschehen" abgesetzt, damit der Neugierige, oder der Foto-Laie nicht fehl geht. Wobei: Fehlgehen kann man mit den modernen Systemen nimmer, sie sind alle so gut, dass sie sich nicht miteinander vergleichen lassen. Jedes System ist anders wie auch die Ansprüche verschieden ausfallen. Amateure werden freilich mit einem Profimodell liebäugeln, Profis gezwungenermaßen. Aber der Geldbeutel wird dann die Entscheidung fällen - wie so oft!
Technologieschmieden wie Nikon und Canon dürfen zweifelsohne als die Vorreiter moderner Kameras bezeichnet werden, wie sie auch die dititale Revolution entscheidend mitgestalteten. Aber auch kleinere Fotounternehmen schrieben Technologiegeschichte. Und: Was einst für Profis gedacht war, wurde schnell ein Konsumprodukt: Die Digikam. Eine Spiegelreflex wurde vor 12 Jahren bezahlbar, heute selbst Profimodelle. Leider ist das Angebot an SLRs so groß, dass jeder Ratschlag systemübergreifend nur ein Farce sein dürfte. Man weiß einfach zu wenig darüber und selbst ein Fotograf hat nur einen eingeschränkten Blick über das Geschehen am Markt.
Ich mag Canon und Nikon beschreiben, beide sind bei mir analog wie auch digital im Einsatz. Ich fotografiere nicht mit deb angesagten Profimodellen sondern mit meist angestaubten Kameras wie den Amateurmodellen Nikon D40 und Nikon D40x, den Semimodellen EOS 10D, EOS 20D, EOS 5D von Canon, letztere bereits eine Vollformatkamera mit etwa 12 Mepapixeln. Alles angestaubte aber sehr bewährte Modelle, die für sich enorm viele Vorteile haben.
Allen ist eine ausgezeichnete Bildqualität eigen, wie es keine nennenswerten Ausfälle zu beschreiben gibt. Jüngst sind neuere Modelle von mir getestet worden und grundhaft muß gesagt werden, dass eine Verbesserung der Bildqualitäten eher nur marginal zu nennen wären, wenn hier und da nicht einiges an Ungereimtheiten mitgeteilt werden müßte, wenn es um die wichtige Detailtreue, der Zeichnung in den Tiefen, dem Rauschen in Lichtern und Schatten geht. Aber auch der Farbtreue. Alles wichtige Punkte und keiner wird sich hier grobe Ausreißer erlauben. Ich sage immer: Schaut euch die Bilder am Bildschirm bei 100 Prozent an. Schaut die Tiefen durch, die Lichter. Und genau hier sieht man, wie sehr sich Hersteller auf moderne Software stützen müssen, weil die Bildfehler, die man physisch nicht beseitigen kann, mittels Software rausgerechnet werden. Dies trifft praktisch alle Modell oberhalb von 10 Megapixeln. Ich sag auch: Braucht ihr 20 Megapixel? Ich sage: Nein! Wenn doch, seit ihr keine Amateure mehr. Jenseits kleinster Halbleiterstrukturen versagen Optiken, versagen Filter und eben auch Programme, die die Bilder überarbeiten. Die alten Modelle sind, wie bekannt, absolut ausgereift heute nur noch via ebay, oder so wie es halte, die Kameras nie stillgelegt zu haben. Ich fotografiere nach wie vor mit 6 und 8 Megapixel. Dabei fällt mir auf, wie natürlich, beinahe analog die Bilder ausfallen. Neuere Modelle wirken "digitaler" weil oft geschärft (ein wichtiger Knackpunkt!) und digital gefiltert, Umstände, die mir bei einer Hochzeit mit vielen Szenen, wo bewegte Portraits entstehen, oft nicht gefallen.
Bei einer Nikon D40 mit 6 millionen Bildpunkten und einem guten Nikkor drauf, wird man wunderbare Bilder machen können, wie sie mir sehr gelegen sind. Das Rauschen der Kamera, und hier beginnt der Spaß bei ISO 200... wirkt beinahe wie das berüchtigte Korn des Films. Aber genau hier kommt Charme ins Spiel. Vergrößerungen wirken so, als hätte man einen guten Farbnegativfilm in der Kamera gehabt. Ich habe mit dieser Amateurkamera fabelhafte Portraits geschossen und könnte diese Kamera, wie auch die Nikon D40x mit 10 Millionen Pixeln unbedingt empfehlen. Mach ich natürlich nicht. Gibt ja auch noch Sony!
Sony ist eine absolute Größe geworden und ich glaube bei Sony Entwicklungen zu sehen, wie sie bei Canon und Nikon nicht zu sehen sind. Wenn einer kommt und seine Bildwandler vom Reißbrett nehmen kann, dabei Spitzenwerte in Sachen Auflösung bringen kann, müßte man dieses System loben. Mache ich auch nicht. Ich habe keine Sonys testen können, muß schon bei den anderen "Cs" und "Ns" bleiben...
Wer also die Qual der Wahl hat, kann sich ruhig eine Sony kaufen oder eine gebrauchte Canon. Unterschiede gibt es natürlich und man muß sie teilen können. Mir ist es damals so gegangen, als ich als Sportfotograf eine schnelle Kamera suchte und auch bei Canon fand, stand aber nie vor der Problematik, mit einem durchdachten System wie Canon unzufrieden zu sein. Man muss es nicht!
Auch bei Nikon nicht, - wenn man damit angefangen hat.
Noch zu sagen wäre: Leut spart euch das Geld für schlechte Zeiten, die da kommen, holt euch lieber eine Gebrauchte. Oder eine Neue! Als Anlage sozusagen. Leider funktioniert das nicht heutzutage... meint Euer Uwe Reinwardt

Alte Kameras und neue Speicherkarten? Sie beißen sich...


Speicherkarten mit großer Kapazität, gefühlt jenseits der 8GB-Marke haben die verblüffende Eigenschaft, schon nach wenigen Bildern immer langsamer zu werden. Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Profi, der genau diese Problematik bestätigte, wohl aber, dass bei ihm trotz neuer Ausrüstung die SD-Karten langsamer sind als Karten mit deutlich weniger Kapazität. Dass alte Kameras den großen Adressraum z. B. bei einer 32 GB Karte nicht adressieren können, dürfte bekannt und als Fehler 2 allen leidlich sein. Ich habe ebenfalls diese Erfahrungen machen müssen, wie auch meine Ausrüstung mehr als veraltet gelten muss. Nun das Aber: Dass der Fehler 2 auftritt, ist beinahe gesetzmäßig, sollte man alte Kameras mit neueren Karten verwenden. Ich verwende jetzt nur noch 1 GB CF-Karten und merke, dass diese alten Karten durchaus "schnell" sind, vor allem CF-Karten im Industriestandard. Diese arbeiten deutlich schneller als Karten des Consumerbereichs. Verwende ich eine solche IS-CF-Card in einer neueren Kamera, was schwierig sein dürfte, da CF-Cards nicht mehr hergestellt werden und meist Slots für SD-Cards verbaut sind, kann man deutlich spüren, dass eine interne CPU in der Speicherkarte werkelt und schnell eine Reihe von Bildern beiseitespeichert. Allerdings sind ganz aktuelle Kameramodelle sehr flott, wohl aber, wenn man eine kleinere Speicherkarte verwendet. Ab 32 GB Kapazität werden diese Karten merkwürdig langsam. An was dies liegt, darüber kann nur spekuliert werden. Grundhaft aber muss man sich gewahr werden, dass auch große Speicherkapazitäten die Gefahr eines digitalen "Supergaus", also totaler Ausfall einer Speicherkarte, den Verlust wertvoller Bilder in großer Anzahl in sich birgt. Wenn man als Profi arbeit, sollte man doch lieber vorbauen und einen Auftrag auf mehrere kleine Speicherkarten "verteilen". Leider geht man voll auf Gigabytes ab, so man kaum noch 1, 2, oder 4GB-Cards zu kaufen bekommt...


Blut auf der Scheibe, Blut auf der Straße

Wie die Massenmedien mittels Bildern uns Menschen auf Gewalt und Hass einschwören

Mensch ich staune, wo doch hier noch kein Krieg ist, außer der kleine Nebensatz von der Straße, doch aber auf allen Kanälen, Tag für Tag, beinahe allgegenwärtig eines heftig die Straße runter läuft: Blut. Wer nicht glaubt soll in die Röhre gucken und dort kann man nur noch eines sehen: Mord und Totschlag! Vom Motivischen her geht alles in Ordnung, alles in Butter, das Messer auch. Da wird geschlachtet, gemeuchelt, gemordet, das Opfermesser angesetzt, freium soll der Zuschauer das Gruseln frei Haus bekommen - er zahlt dafür!

Es ist wirklich so: Auf allen Kanälen fließt Blut in Strömen, alles giert danach, ob denn auch genügend Blut die Straße runter läuft. Noch nie gab es so viele Kanäle, wo man sozusagen sich sattlecken kann am Filmblut, - vorab fließt echtes Blut, wenn mal wieder einer das Messer zückt, oder den Laster in eine Meute lenkt, Terrorverdacht!

Aber nein!
Es ist kein Terror für sich, sondern höchstmöglicher Gruselfaktor, wenn mal einer wieder ge- oder betroffen ist. Mich hat es ja noch nicht heimgesucht. Höchstens im Fernsehen, dort bin ich echt betroffen, wenn echtes Blut die Straße runter Läuft. Da ist das Mädchen, welches, ja ist es schlimm? auch mal unters Messer kommt, oder der kleine Bub. Glaubt keiner? Doch doch! Hier ist es Ritual, hier ist es legitim, wenn man Mädchen und Jungen an den Genetalien verstümmelt. Dort kommt keiner auf den Gedanken, kritische Fragen zu stellen, könnte ja unkorrekt sein.

Heute gehen Motive ab und sie haben das Ritual als Hintergrund: Blut und Leichen, Opfermesser und toter Blick. Leichen sind Motiv genug, um sie hochzuholen, wenn angesagte Fotografen Preise einheimsen, mit eben diesen Leichen. Noch nie hatten Filmschaffende die "Freiheit", sich am Motiv zu vergehen, außer bei Gelegenheiten, bei politischen dazu, oder wenn einer besser ist und weiß, was zu tun ist.

Heute weiß ich: Es sind Rituale, um das Fußvolk einzuschwören auf jenes, was der Kanal, die Zeitung, die Monatsschrift, der Redakteur beschwört. Blut muß fließen, möglichst viel, Leichenmesser und leere Gesichter, wie verblutet. Das Ritual steht hinter der Propaganda in Film und Fernsehen, in der Fotografie. Und es geht einzig um Mord und Totschlag, um Herrschaft und Opfergang.

Wenn also jemand schlechte Träume hat, sollte dieser sich nicht wundern darüber, wenn er noch am Leben ist...


Willkommen zur Mühe: Wie sich Menschen weigern, Fortschritte zu tun und nur ausgetretene Wege benutzen. Oder: Linux - Die Geheimwaffe auf meinem Laptop - bunsenlabs im Test

Keine Experimente! höre ich immer wieder, wenn einer wie ich meist in kleiner Runde mitbekomme, wie sich beinahe alle mir bekannten User gegen Linux stemmen und verlauten lassen: Viel zu kompliziert, zu schwierig, elitär! Ja haste denne schon mal probiert? Ne, nicht wirklich, nur einmal und das ging in die Hose, und zwar gründlich. Na ja, wahrscheinlich hab ich zu wenig Probleme mit Computern, um beinahe weinend gestehen zu müssen, dass ich nach Wochen das Windows 10 neu aufsetzen musste, weil's mal wieder schwerwiegende Sorgen gab. Also, Perlen vor die Säue, Windows zumal und keiner will sich mühen, mal was anderes zu probieren.

Jetzt ist es raus: Ich probiere, oft mit sehr alten Rechnern, neue Distributionen aus und mache so ganz und gar meine eigenen Erfahrungen mit denen, staune oft und mehr. Bauklötzer, ganz sicher, wenn sich alte Rechner ganz und gar nicht als alte lahme Enten entpuppen, sondern bei der Handhabung neue Rechner und Systeme beim Tempo abhängen können. Und dies mit Linux!

Ich habe derzeit auf einem Laptop Baujahr 2005 bunsenlabs laufen, eine äußerst interessante Umgebung. Nicht nur weil die Oberfläche sehr edel kommt, sondern auch das bislang schnellste System auf "lahmen" Rechnern zum Laufen kommt. Mach mal einer drei Fenster mit Videos auf, so dass sie alle drei ruckelfrei laufen - wer kann etwa auf Windows 7 ähnliches bieten? Ich bin begeistert von der Leistungsfähigkeit des Debian-Systems, was so schlicht ist, dass einem schwindelig wird...

Das Installieren geht problemlos. Wer will kann im Textmodus arbeiten wie auch viele Anwendungen auf "Zuruf" im Programmstarter aufgehen. Kein Menü von der Stange sondern klare Struktur zum Arbeiten. Wer mehr braucht, kann sich eine Vielzahl von Anwendungen laden und ins System einbauen. Dabei steht das System geschlossen da, was bedeutet, dass der Nutzer einzig User bleibt und nicht am System schrauben darf. Trotzdem kann er dies, muss aber einiges mitbringen.

Erst in der Shell wird es richtig lustig und hier ist bunsenlabs eindeutig Werkzeug mit vielen Schnittstellen. Wer anonym im Darknet bleiben möchte, findet auch hier mächtige Werkzeuge, den Rechner so dicht zu machen, dass kein Geheimdienst in den Computer eindringen kann. Ich frag mich auch, warum sich die meisten Leute so offen und freizügig im Netz unterwegs sind, wo dort so viele Gefahren lauern.

Jetzt, wo ich mich in das Linux eingearbeitet habe, wollt ich gleich gar nicht mehr mit schwerfälligen 64-Bit Systemen umgehen, wo doch ein neuer Rechner fällig wäre, der insgesamt langsamer arbeitet als ich dies auf meinen 32-Bit Rechnern halten kann. Also mag ich nur noch schmunzeln, wenn mal wieder einer jammert, weil das Windows 10 nicht mehr funktioniert... Uwe Reinwardt


Der Blick hinter die Dinge

Mit der sowjetischen Lomo LCA kann man richtige "Kunstwerke" machen...
Wenn ich mich recht erinnere, kaufte ich mir eine Lomo LCA im Jahre 1983 bei "Hobby Foto Prescher" in der Döbelner Innenstadt. Damals konnte ich nicht ahnen, dass diese Kamera mich zur Fotografie bringen würde, wo doch schnell auch der Wunsch aufstieg, mit einer Spiegelreflex um dem Hals ins Freie zu treten. Doch das passierte zwei Jahre später. Ich fotografierte mit der Lomo meine ersten Bilder in Farbe auf Orwo Color NC 21, ein ausgereifter Film mit erstaunlich guter Farbwiedergabe. Die Lomo aber brachte merkwürdige Bilder zutage, ganz und gar nicht korrekt, mit komischen Farbstichen, dunklen Bildecken und verzeichneter Perspektive. Normalerweise hätte man die Kamera sofort wieder zum Händler bringen müssen, wenn nicht eben diese "schiefen" Bilder einen ungeheuren Reiz gehabt hätten. Bis heute hat sich die Art und Weise, Bildfehler zur Hochkultur der Schnappschußfotografie, der authentischen Fotografie, in die Galerien zu bringen, ständig weiterentwickelt. So ich glaube, dass die Lomo LCA heute in St. Petersburg dank des Drängens der riesengroßen westlichen Fangemeinde und eines Herrn Putins, der damals zweiter Bürgermeister von St. Petersburg war, noch immer hergestellt wird.

Die Lomo hat ein besonderes Alleinstellungsmerkmal: Sie ist in Form geraten, weil sie bei den Russen nicht wirklich beliebt war, dafür aber nach der Wende im Westen um so beliebter wurde. Die merkwürdigen Fotos, die ich mit einer Lomo LCA schoss, brachten es wirklich in eine Galerie, wobei ich mir manchmal nicht erklären kann, worin der Reiz der Sache liegt. Dann wieder scheint mir diese Art Fotografie mit Bildfehlern, welche beinahe berechnet wirken, die Sicht hinter die Dinge gewähren läßt, mit verblüffender Wirkung!


Aber: Was die Lomo damals und heute so reizvoll machte, nämlich ihre verschrobenen Bilder, ist jetzt eben längst Kopie in Smartphones aller Art, als "App", als Bildbearbeitungssoftware. Äffisches Nachmachen, das Kopieren als Zeitgeist. Nun, es gibt dann wohl keine Originale mehr. Aber die alten Negative halten, was sie versprechen. Abgeben muß man diese bei Rossmann und eventuell "nicht bearbeiten" ankreuzen. Sonst werden die "Bildfehler" rausgerechnet. Oder man geht mit den Negativen in die eigene Dunkelkammer und beläßt die Grundfilterung, die mittleren Dichten und belichtet auf Farbpapier. Dann erst kommt die "Kunst" des Moments zum Vorschein!

Ob jetzt, mit dem Auftauchen der "Lomo-Apps", die wahrhaft echte analoge Fotografie noch weiter in die "Niesche" getrieben wird, sei dahingestellt. Richtige Fans der Lomo werden nach wie vor mit einer echten Lomo fotografieren wollen und ihre Bilder selber vergrößern, so wie ich es tue.
Längst aber hat die Lomo Fotogeschichte geschrieben und sie tut es immer noch!
Uwe Reinwardt


Winter im Wald



Noch vor 10 Jahren sagte einer im Radio (damals hörte ich noch Radio...), dass in zehn Jahren kein Schnee mehr vom Himmel fallen wird, dank Klimawandel, daß Weihnachten ein grünes Fest sein werde (wo er recht hatte...) und die lieben Kinderleins enttäuscht in den Himmel schauen werden, ob denn Frau Holle doch bald wieder eine Schicht abhält...

Nun, die Realität schaut anders aus, als geglaubt, obwohl die Erde eine Kugel geblieben ist. Wer hätte das gedacht, dass nun wirklich Schnee vom Himmel fällt und die Realität, die schmutzige industrielle Wirklichkeit, Industrieschnee einstweilen, überdeckt wird von Massen weißer Pracht?

Jetzt also ist es passiert: Himmlisches Weiß deckt alles zu, selbst die Probleme.
Vorerst einmal, bis alle wieder vom Klimawandel reden, und dass die Füße kalt geworden sind darunter.

Die Tage zog ich mit der Kamera (einer "alten" Canon EOS 10D) durch den Zellwald, um mich der weißen Pracht fotografisch "zuzuwenden". Mein Gott! Was für ein Deutsch! In der Nähe des Schwarzen Klosters, am Eselbach, schienen mir Gestalten starr zu lachen, Faxen machen mit der Kamera. Drück drauf! Ja, der Klimawandel hat seine eigenen Bilder...

Im deutschen Wald wachsen Mythen, der goldene Rabe!
Doch der Wald ist längst keine deutscher mehr, weil Geld und Gier einzog ins Grün, und schwarze Orden.
Jetzt nun ist alles weiß und mein Gang über Lichtungen wird ein Götterdienst...

Auf der ganzen Welt werden die Wälder kahl gemacht, Wüste, Dornbusch. Wüste ist das Ziel der "Übung" und nachhaltig übt man sich im Wüstenmachen. Wo einst Bäume standen stehen heute Windräder, keine Mühlen. Strom für alle! sagte einer und ging zur Wahl, ein grünes Signal!

Jetzt aber geht's zur Galerie... Winter 2017
Text und Fotos: Uwe Reinwardt